1843: Gründung der Musikkapelle

Im Jahr 1842/43 gründeten 6 Musiker der Überlieferung nach die Musikkapelle Forbach. Unter dem Stab von Ludwig Werner, dem 1. Dirigenten, spielte die Kapelle bei kirchlichen und gemeindlichen Hochfesten und Feierlichkeiten. Zur Kapelle gehörten: Engelbert Haas, Benedikt Maier, Ludwig Werner, Benedikt Wunsch, Josef Wunsch und Silvester Wunsch. Die Anschaffung der ersten Instrumente, „Päpern“ genannt, war durch geringe Löhne und die ohnehin armselig Zeit schwierig. Aber wo ein Wille ist, ist ein Weg und wer Liebe hat zu einem Ideal der fragt nicht: „Was kostet’s“.

1923: Gründung des Musikvereins

Im Jahr 1923 war den Forbachern klar, dass ein Verein das Bestreben der Musiker unterstützen muss. Am 23. September 1923 wurde Severin Werner als 1. Vorstand des Vereins gewählt.

1946: Wiedergründung des Musikvereins nach dem Krieg

Während des 2. Weltkrieges war es sehr schwierig den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten, so dass die Vereinsarbeit in dieser Zeit ruhte. Der Vorstand dieser Zeit, Emil Wunsch, hatte die Instrumente und die Noten auf seiner Dachkammer verwahrt und rettete so ein wertvolles Vermögen vollkommen über die Wirren der letzten Kriegswochen. Am 10.Juni 1946 wurde der Verein nach den Kriegsjahren wiedergegründet. Zum 1. Vorstand wurde Rupert Dieterle gewählt, welcher das Amt bis 1972 innehatte. Dirigent war der Alt-Musiker Ludwig Wunsch, der sich bewundernswert um die Ausbildung junger Musiker bemühte. Galt es doch die großen Lücken durch gefallene und vermisste Musiker zu schließen.

1949 – 1968: Dirigent Leopold Falkenberg

Am 13. März 1949 verpflichtet der Verein einen neuen musikalischen Leiter: Leopold Falkenberg aus Karlsruhe übernahm den Taktstock und dirigierte die Kapelle bis 1968. Er hat zielstrebig an der Schulung aller Musiker gearbeitet und damit eine neue Blütezeit der Forbacher Volksmusik erreicht. Nachdem durch den 2. Weltkrieg das 100-jährige Bestehen nicht gefeiert werden konnte, wurde das Fest 1953 zum 110-jährigen groß gefeiert. Die Kapelle hatte zu diesem Zeitpunkt 28 Aktiven und 11 Zöglinge.

1968: 125jähriges Jubiläum

Noch größer wurde das Fest zum 125jährigen Jubiläum 1968 gefeiert. Mit 5.200 Litern Bier, 5450 Weck, 500 Brezeln und 242 kg Bratwürste, 174 kg Servela und 74 kg Schinken wurde jeglicher Forbacher Rekord in diesen Tagen gebrochen. 23 Musikapellen mit über 800 aktiven Musikern umrahmten die 3 Festtage.

In dieser Zeit war der Verein auf einigen Reisen. Mit Innsbruck, Meiringen/Schweiz, Gaschurn/Montafon, Berchtesgaden seien nur einige genannte.

1968 – 1976: Dirigent Artur Nagel

Von 1968 bis 1976 hatte die Kapelle mit Artur Nagel einen neuen Dirigenten.

1977 – 1982: Dirigent Josef Bach

Von 1977 bis 1982 leitete Josef Bach die Musikkapelle. 1981 fand die erste USA Reise statt. Erste Station war New York. Beim „Cannstatter Volksfest-Verein“ und dem gleichnahmigen Fest hatte die Kapellen großartige Erfolge. Ausgewanderte Schwaben gründeten diesen Verein, um ihre Festtradition in den USA feiern zu können. Weitere Stationen auf der 14tägigen Reisen waren die Niagara Fälle, Herkimer mit seinem Oktoberfest und Washington D.C.

1979 – 1989: Jugendkapelle unter der Leitung von Michael Weber

Im Spätjahr 1978 begann eine Werbeaktion, die bis Januar 1979 lief. Der Erfolg: 25 Jungen und zwei Mädchen meldeten sich für das Musizieren. Es war ein großer Glücksfall, dass schon seit Oktober 1978 Michael Weber aus Daxlanden die Schulung der Zöglinge in der Hauptsache inne hatte. Trotz grosser finanzieller Probleme bei der Finanzierung der Instrumente und der Ausbildung, schaffte es der Musikverein alle Jugendlichen auszubilden und auszustatten. Unter dem Gespann Michael Weber und Raimund Dieterle (damaliger Jugendleiter) wuchs die Jugendkapelle weiter und präsentierte sich 1980 mit einer Stärke von 33 Musikerinnen und Musikern. Herausragende Erlebnisse waren das Wertungspielen anlässlich des Bundesmusikfestes 1981 in Villingen-Schwenningen. In der Mittelstufe errrang die Forbacher Jugend den II. Rang. Viele Feste in Forbach und Umgebung wurden von der Jugendkapelle mitgestaltet. 1983 nahm die Jugendkapelle am 11. Internationalen Jugend-Festival in Harrogate/England teil. Bei 24 teilnehmenden Kapellen waren die Forbacher die einzigen deutschen Vertreter. Viele Konzert standen auf dem 11tägigen Reiseprogramm. Gekrönt wurde die Reise durch zwei Tage in London. Im November 1983 fand das erste Herbstkonzert im St Josefshaus statt, welches sich zu einer festen Institution für die folgenden Jahre entwickelte. Im Januar 1984 startete der Verein erneut eine Werbeaktion unter Jugendlichen: 3 Mädchen und 15 Jungen meldeten sich. Bis zum November 1984 wuchs die Zahl auf 22 Zöglinge an. Im November 1986 wagte sich die Jugendkapelle zum 5. Landeswettbewerb für Bläser in Karlsruhe und errang dort den 1. Preis in der Wertungsgruppe „schwer“. Eine zweite Konzertreise nach Harrogate stand im April 1987 auf dem Programm. Abermals präsentierte sich die Jugendkapelle beim Jugendmusikfestival in England. Mit Lederhosen bekleidet (typisch badisch) und zünftigen Ländlern eroberten die Forbacher die Herzen der Teilnehmer. Selbst ein Sägbock und Holz wurden nach England gefahren um den richtigen Eindruck zu hinterlassen.

Im Spätjahr 1987 formierte sich die Jugendkapelle neu. Die 1984 geworbenen Zöglinge wurden in die Kapelle integriert und Musiker an die Gesamtkapelle abgegeben. Über Michael Webers gute Kontakte erhielt die Jugendkapelle 1988 eine Einladung zu einem Internationalen Majoretten- und Musikgruppentreffen in Welingrad/Bulgarien. Ungewohnt für die Musiker fanden alle Auftritte im Freien statt, da es in dieser Stadt keine Konzerthalle gab. Vielen wurde damals so richtig bewußt, was man unter Ostblock verstand. Armut und Reichtum lagen direkt nebeneinander.

1989 übernahm Michael Weber eine neue Aufgabe in seiner Heimat. Der Verein dankte Michael Weber für seinen unermüdlichen Einsatz und ernannte ihn zum Ehrenmitglied.

1982 – 1999: Dirigent Peter Fister

Im Jahr 1982 trat Peter Fister die Nachfolge von Josef Bach an. Mit neuem Schwung und professioneller Arbeit steigerte er das Niveau der Kapelle von Jahr zu Jahr. Stationen seines 17jährigen Wirkens waren:

  • die 2. USA Reise 1989. Nach 1982 organisierte der Vereine einen zweiten Trip über den großen Teich.
  • Konzertreise nach Anemasse/Frankreich (Partnerstadt zu Gaggenau)
  • das 150jährige Jubiläum 1993
    Am 13.06.93 fand im Kurhaus Forbach das Festkonzert anläßlich des Jubiläums statt. Höhepunkte dieses Konzerts waren: Einzug der Gäste a. d. Wartburg aus der Oper „Tannhäuser“, Vorspiel zur Oper Hänsel und Gretel, Third Symphony for Band, Rhapsody in Blue (Solist am Klavier Roland Fister), Capriccio for Saxophone Quartet and Band (Solisten: Deutsches Saxophoneensemble), Uraufführung der „Rhapsodie für Blasorchester“ von Peter Fister, Ouvertüre zu „Orpheus in der Unterwelt“.
  • 1. Preis beim Wertungsspielen des Mittelbadischen Blasmusikverbandes 1995
  • Premiere von „Blechmusik popt’s“ im April 1998
  • Abschiedskonzertreihe Winterkonzert 1999, Kirchenkonzert 1999, „Blechmusik popt’s 2000“

Nach diesen erfolgreichen Jahren übergab Peter Fister beim Abschiedskonzert „Blechmusik popt’s 2000“ den Taktstock an seinen Nachfolger Wilfried Kornmeier. Peter Fister wurde für seine hervorragende Arbeit zum Ehrendirigenten ernannt.

2000 – 2006: Dirigent Wilfried Kornmeier

Nach 17 Jahren mit Peter Fister und dessen bevorstehenden Abschieds hatten die Verantwortlichen des MV Forbach eine schwere Aufgabe. Es galt einen neuen musikalischen Leiter zu finden. Dies gelang uns mit unserem neuen Dirigenten Wilfried Kornmeier. Seit Mai 2000 bis Ende 2006 leitet er die Geschicke des Vereins. Seine Qualitäten konnte er mit der Musik Soirée am 31.03.01 unter Beweis stellen.

2002 – 2007: Jugenddirigent Jürgen Knam

Mit Jürgen Knam konnte 2002 ein Mensch für die Jugendarbeit gewonnen werden, der absolut vollen Einsatz, Ideenreichtum und einen guten Draht zur Jugend mitbrachte. Innerhalb kürzester Zeit gab es die Blockflötengruppe, die Bläserklasse, die Schülerkapelle und die Jugendkapelle. Teilnahme an Wertungsspielen, zahlreiche Freizeitaktivitäten sowie Reisen zu Jugendkapellentreffen standen auf dem Programm, ebenso jährliche Jugendvorspiele und Jugendkonzerte, die weit über Forbach hinaus große Beachtung fanden. Zahlreiche Kinder/Jugendliche legten in diesen Jahren auch die Jungmusikerleistungsabzeichen in Bronze/Silber/Gold ab, die durch Jürgen Knam bestens auf die Prüfungen vorbereitet wurden. Heute sind dies die Leistungsträger in der Gesamtkapelle. Gemeinsam mit der Jugendleiterin Bärbel Ruckenbrod brachte er die Jugendarbeit in Forbach wieder auf volle Fahrt und so waren innerhalb 2 Jahre über 60 Kinder aktiv am Instrument in Ausbildung. In dieser Zeit wurden auch durch Bärbel Ruckenbrod und Thomas Roth die Ausbildungsrichtlinien im Verein erstellt, die als Grundlage in der kompletten Instrumentalausbildung gelten. Besonders zu erwähnen in der Jürgen-Knam-Ära sind vor allem die Teilnahme am Internationalen Jugendkapellentreffen in Burladingen 2005, welches ein einzigartiges Erlebnis war sowie die letzte Teilname beim Wertungsspiel für Sinfonische Blasmusik 2007 in Bühl, bei dem die Jugendkapelle ein erstklassiges Ergebnis erzielte und mit nur 0,5 Punkten Rückstand den 2. Platz erreichte.

seit 2007: Dirigent Alexander Weber